SERPENTINIT-SCHLEIFEREIEN, Geschichte seiner Nutzung und Verarbeitung
Die Nutzung von Serpentinit in der Region ist für den Beginn des 19. Jahrhunderts belegt, als sechs Bürger aus Einsiedl (Mnichov) im Jahr 1833 im gegenüberliegenden Tal des Einsiedler Bachs (Mnichovský potok) die erste Serpentinit-Schleiferei gründeten. Es war eine gut ausgestattete kleine Fabrik, die 30 Mitarbeiter beschäftigte, und ihre Produkte fanden reißenden Absatz.

Hier wurde Serpentinit geschliffen, der in den Steinbrüchen im heutigen Naturreservat Planý vrch abgebaut wurde. Hergestellt wurden Kreuze und Grabdenkmäler, aber auch kleine Vasen, Dosen, Becher und andere Dekorationsgegenstände. Im Haus Nr. 39 befand sich ein Ausstellungs- und Verkaufsraum, in dem durchreisende Kurgäste aus Marienbad (Mariánské Lázně) und Karlsbad (Karlovy Vary) die Möglichkeit hatten, diese Gegenstände zu erwerben. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde in Marienbad ein Laden eröffnet, den auch das Kaiserpaar, Seine Majestät Ferdinand mit der Kaiserin Maria, besuchte. Nach zwanzigjährigem Betrieb wurde die Produktion jedoch eingestellt und die Schleiferei verschwand vollständig.
Dennoch finden wir hier in der Nähe der ursprünglichen Schleiferei am linken Ufer eine weitere Ruine eines mächtigen Gebäudes. Diese Schleiferei gehört zu einer anderen Geschichte. Am 15. April 1882 pachteten die Herren Laubisch und Scharf aus Prag die Einsiedler Serpentinitgruben auf 50 Jahre und bauten am linken Ufer unterhalb der Siard-Mühle (Siardův mlýn) eine Serpentinit-Fabrik.
Im Jahr 1900 wurde das Gebäude der Schleiferei aufgegeben und in die Fritz-Mühle (Fritzův mlýn) verlegt. Diese befand sich auf der rechten Seite des Sangerberger Bachs (Pramenský potok) an der Straße Einsiedl – Sangerberg (Mnichov – Prameny). Bis zum Jahr 1900 war in der Mühle nur ein Sägewerk in Betrieb. Danach wurde im ehemaligen Mühlengebäude auch eine Fabrik zum Schleifen und Schneiden von Serpentinit eingerichtet, die bis 1905 betrieben wurde. Anschließend verkaufte der damalige Müller die gesamte Mühle, und der neue Müller tauschte die Ausrüstung aus und betrieb die Mühle als Getreidemühle bis zum Jahr 1946, in dem Franz Hoffmann der letzte Besitzer war.
Bis heute findet man in Bad Königswart (Lázně Kynžvart) und Marienbad im Inventar einiger Hotels und Kurpensionen Aschenbecher, Briefbeschwerer und andere Dekorationsgegenstände aus Serpentinit. Auch ein Teil der Quellfassung des Kreuzbrunnens (Křížový pramen) v Marienbad war in der Vergangenheit mit Wandverkleidungen aus Serpentinit verziert. Als Erinnerung an die Blütezeit der Einsiedler Serpentinit-Schleiferei findet man in Einsiedl in der barocken Kirche St. Peter und Paul ein aus Serpentinit gefertigtes Taufbecken.








