WAS IST SERPENTINIT oder ein kleiner Ausflug in die Geologie

Der Serpentinit (Hadec) gehört zur Gruppe der metamorphen Gesteine. Er entsteht durch die Umwandlung von Gesteinen der ozeanischen Kruste – insbesondere von stark basischen Peridotiten (Olivinfelsen) – unter dem Einfluss von hohen Temperaturen und Drücken in Gegenwart von Wasser. Im Ausgangsgestein kam es zu einer Umkristallisation der Minerale, bei der sich die Olivine in Serpentine umwandelten.

Serpentinit zeichnet sich durch eine charakteristische graugrüne Farbe aus. Seine Färbung ist durch dunkle Äderchen und Flecken belebt, wodurch es insgesamt den Eindruck einer Schlangenhaut erweckt – davon wurde auch seine tschechische (hadec von had = Schlange) und internationale Bezeichnung abgeleitet (Schlange = serpens).

Serpentinite bestehen zu einem großen Teil aus Magnesium, das sie bei der Umwandlung leicht freisetzen. Ein Begleitmerkmal von Serpentiniten ist zudem, dass an sie häufig Gänge mit Erzen von Schwermetallen gebunden sind, insbesondere Kupfer, Nickel, Kobalt und Chrom. Diese Gänge entstanden zusammen mit den Serpentiniten unter ähnlichen Temperatur- und Druckbedingungen.

Der hohe Gehalt an Magnesium und Schwermetallen wirkt in sehr hohen Konzentrationen auf die meisten Organismen toxisch. Entscheidend ist auch die extrem hohe Konzentration an Magnesiumcarbonat. Dieses entsteht durch die Umwandlung und Verwitterung der Serpentinite und verursacht die starke Basizität der Serpentinitböden.

Aus diesem Grund beeinflussen Serpentinite überall dort, wo sie den geologischen Untergrund bilden, die Zusammensetzung der Pflanzen- und Tiergemeinschaften in tiefgreifender Weise.

Die Einsiedler Serpentinite (Mnichovské hadce) sind der größte und zudem am höchsten gelegene Serpentinitkomplex in der Tschechischen Republik. Weitere bedeutende Serpentinitgebiete befinden sich in Südmähren (Mohelno), im Blanský les / Plankauer Wald (Křemžské hadce), in Mittelböhmen (Dolnokralovické hadce) und in der Region Šumperk (Mährisch Schönberg).