GRÜNSKÁ KYSELKA, wie Serpentinite die Mineralquellen beeinflussen
Die Grünská kyselka (Grün-Säuerling), auch Luční (Wiesenquelle) nach dem nahen Dorf Louka (Grün) genannt, gehörte Engelbert Zuleger, einem Gutsbesitzer aus Grün. Dieser nahm sich wahrscheinlich die Fassung und den Verkauf der Neudorfer kyselka (Neudorfer Säuerling) des Herzogs von Beaufort zum Vorbild und begann im Jahr 1899 mit dem Versand seines eigenen Grün-Säuerlings.

Nach Zuleger wechselte der Säuerling mehrmals den Besitzer, darunter auch die Firma Strašnický & Co. aus Wien, die 1920 eine Schutzzone durchsetzte, in der Bergbauarbeiten und Erkundungsbohrungen verboten waren.
Bedeutsam ist das Jahr 1928, als das Ehepaar Löser den Säuerling mit großen Plänen zur Errichtung eines kleinen Kurbades kaufte. Sie erweiterten die Abfüllanlage und gründeten das berühmte Ausflugsrestaurant „Café Almbrünnl“ mit bunten Sonnenschirmen, leckeren Kuchen und einer Musikkapelle. Eine Busverbindung von Marienbad aus wurde durch die Buslinie „Kontinent“ sichergestellt. Sie investierten auch in eine neue Fassung der Quelle – und zwar mittels eines 6 m tiefen Schachts, der von einem achteckigen Pavillon überwölbt war. Nach unten führten 21 Stufen, am Boden befand sich der Abfüllraum und der Säuerling floss aus einem Dreifachhahn. Der gesamte Raum musste wegen der Ansammlung von Kohlendioxid elektrisch belüftet werden.
Die krisenhaften 1930er Jahre wirkten sich auch auf den Wohlstand dieses Unternehmens aus, und es kam zu einem allmählichen Niedergang. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Quelle, ebenso wie die benachbarte Neudorfer Quelle, von SS-Einheiten beschlagnahmt und wegen ihrer langen Haltbarkeit für den Bedarf des Reiches exportiert. Für die Abfüllung wurden Kriegsgefangene aus einem nahe gelegenen Lager eingesetzt.
Nach dem Krieg wurde der Säuerling nur noch saisonal abgefüllt; nach der Einrichtung des Truppenübungsplatzes wurde er kurzzeitig vom Militär genutzt, und zwar bis Ende 1950. Danach floss der Säuerling bis 1990 ungenutzt ab, ehe der Staatsbetrieb Západočeská zřídla (Westslowakische/Westböhmische Quellen) in Karlsbad dank Ing. Ivan Baťa mit der Abfüllung begann.
Der heute zugängliche Quellaustritt wird fälschlicherweise für den Austritt des Mineralwassers Magnesia gehalten, das von den Karlsbader Mineralbrunnen (Karlovarské minerální vody) vertrieben wird. Das Mineralwasser Magnesia wird jedoch aus mehreren Brunnen mit leicht unterschiedlicher Zusammensetzung gewonnen, sodass der frei zugängliche Austritt der Grünská kyselka nur eine ihrer Komponenten darstellt.






