DOMINOVA SKALKA oder was auf Serpentinit wächst

Serpentinit-Ausbisse sind für Pflanzen unwirtlich. Serpentinit ist nährstoffarm und verwittert zudem nur schwer. Der durch seine Verwitterung entstehende Boden enthält einen hohen Prozentsatz an Schwermetallen, die das Pflanzenwachstum hemmen.

Blick von der Rückseite des Serpentinit-Ausbisses der Dominova skalka. Foto: P. Tájek.

Serpentinit enthält sehr wenig Calcium, Stickstoff, Phosphor und Kalium, weshalb Serpentinitböden für Pflanzen extrem nährstoffarm sind. Im Gegenzug weisen sie jedoch eine hohe Konzentration an Magnesium und bestimmten Schwermetallen (z. B. Nickel, Chrom und Kobalt) auf, die andernorts nur in Spurenvorkommen zu finden sind. Die gesamte Vegetation hat daher einen recht unterschiedlichen Charakter, der als „Serpentinit-Phänomen“ bezeichnet wird. Das Serpentinit-Substrat ist für Pflanzen so speziell, dass die Anpassung einiger Arten es ihnen nicht mehr erlaubt, auf anderen Bodentypen zu wachsen. Und einige von ihnen haben sich im Laufe der Jahrtausende zu eigenständigen Arten entwickelt. Eine davon ist das Hornkraut Cerastium alsinifolium (Sandkrautblättriges Hornkraut), die größte Seltenheit der Münchenreuther Serpentinite (Mnichovské hadce). Es wächst nur auf den hiesigen Serpentiniten und ist nirgendwo sonst auf der Welt zu finden – solche Arten bezeichnen wir als Endemiten. Das Hornkraut wächst gerne auf den Felsterrassen der Serpentinitfelsen, die größten Populationen bildet es jedoch in Quellbereichen und auf feuchten Lichtungen in den Serpentinitwäldern. Auf Serpentinit sind auch zwei hiesige Felsfarne spezialisiert – der Serpentin-Streifenfarn und der Keil-Streifenfarn.

Die Serpentinitfelsen sind zudem die Heimat sehr eigenartiger Flechtengemeinschaften. Die treuesten Begleiter der Serpentinit-Ausbisse sind zwei seltene Krustenflechten – Pannaria conoplea und Porpidia nadvornikiana.

Serpentinit-Ausbisse sind für Pflanzen unwirtlich. Serpentinit ist nährstoffarm und verwittert zudem nur schwer. Der durch seine Verwitterung entstehende Boden enthält einen hohen Prozentsatz an Schwermetallen, die das Pflanzenwachstum hemmen.

PP DOMINOVA SKALKA (Naturdenkmal Dominova skalka)

Das Naturdenkmal Dominova skalka wurde im Jahr 1989 ausgerufen. Es wurde nach dem tschechischen Botaniker Karel Domin benannt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Flora des Kaiserwaldes (Slavkovský les) erforschte. Noch in den 1950er Jahren hatte das gesamte Gebiet einen waldfreien Charakter, und der Großteil der Lokalität war von Heidekraut mit vereinzelten Kiefern bedeckt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es allmählich zur Ausbreitung von Gehölzen, wodurch der heutige Serpentinit-Kiefernwald entstand. Ihren waldfreien Charakter bewahrte dank naturschützerischer Eingriffe nur die Hauptformation des Serpentinit-Ausbisses im nordöstlichen Teil des Gebietes, die noch am Ende des 20. Jahrhunderts mit Heidekraut bewachsen war. Aber auch diese verschwand allmählich infolge übermäßiger Verbißschäden durch überhandgenommenes Schalenwild, welches die Zwergstrauchvegetation zerstört. Das ernste Problem ist die Winterweide des gebietsfremden Sikahirsches, wegen dem aus der Dominova skalka auch die einstige Dominante der hiesigen Heideflächen – die Schneeheide – fast völlig verschwunden ist.

Die ehemaligen Heideflächen wurden teils durch lückige Magerrasen ersetzt. Sie wachsen vor allem auf flachgründigen Böden und sind die Heimat einiger wärmeliebender Arten, deren Vorkommen in dieser Höhe (757 m n.m.) bemerkenswert ist. Die bedeutendsten unter ihnen sind die Schwarzfleckige Heidegridschrecke und die Schlingnatter.

Eine botanische Besonderheit des Gebiets ist die gut erkennbare Kreuzung des seltenen, endemischen Sandkrautblättrigen Hornkrauts mit dem gewöhnlichen Acker-Hornkraut. Während auf den Felsterrassen das Sandkrautblättrige Hornkraut wächst, sind die trittbelasteten Stellen auf den flachgründigen Böden die Heimat des Acker-Hornkrauts. Die Mehrheit der hiesigen Hornkräuter besteht somit aus Hybriden zwischen diesen Elternarten, welche insbesondere die Hänge und Fußbereiche der Felsen bewachsen.

In den 1950er Jahren, als das hiesige Gebiet Teil des Truppenübungsplatzes Prameny war, befand sich auf der Wiese südlich der Dominova skalka ein Militärlager. Aus derselben Zeit stammen auch die Schützengräben auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

BEDEUTENDE ARTEN DER LOKALITÄT

  • panarie malolistá (Vahliella leucophaea) – Braunliche Schuppenflechte / Braungraue Vahliella
  • porpidie Nádvorníkova (Porpidia nadvornikiana) – Nadvorniks Krustenflechte
  • hávnatka měkká (Peltigera malacea) – Mattes Schildmoos / Matte Schildflechte
  • kociánek dvoudomý (Antennaria dioica) – Gewöhnliches Katzenpfötchen
  • prha arnika (Arnica montana) – Echte Arnika
  • sleziník nepravý (Asplenium adulterinum) – Keil-Streifenfarn / Grünlicher Streifenfarn
  • sleziník hadcový (Asplenium cuneifolium) – Serpentin-Streifenfarn
  • rožec kuřičkolistý (Cerastium alsinifolium) – Sandkrautblättriges Hornkraut
  • vřesovec pleťový (Erica carnea) – Schneeheide / Fleischrote Heide
  • vranec jedlový (Huperzia selago) – Tannen-Bärlapp
  • zimostrázek alpský (Polygala chamaebuxus) – Buchsblättrige Kreuzblume / Alpen-Zwergbuchs
  • chrastavec hadcový (Knautia serpentinicola) – Serpentin-Witwenblume
  • saranče černoskvrnná (Stenobothrus nigromaculatus) – Schwarzfleckige Heidegridschrecke
  • užovka hladká (Coronella austriaca) – Schlingnatter